Letters home 1967 -1978

Sunday, September 20, 2009

Sommerpause Sendepause

Hotel BALI BEACH 8. 8. 1969


Liebste Mutter,

Habe Deinen Brief bekommen und kann selbst nicht recht begreifen, warum ich Dir durch meine lange Schreibpause soviel Sorge bereite. Ich komm mir vor, wie in einem Glaskasten, bin einfach nicht in der Lage, mich hinzusetzen, zu schreiben. Schon zweimal hab’ ich angefangen, einen langen Brief an Dich zu schreiben, aber es will und will nicht hinhauen. Ich bin weiterhin beschäftigt mit dem Buch, das mir viel Sorgen bereitet. Hab’ bitte Geduld und Verständnis, aber ich bin halt nicht so gerne bereit, meist von Missmut und Ungeduld, von endlosen kleinen Widrigkeiten und von schlechter Laune zu schreiben. Sei getrost sicher, dass sich dieses Heftpflaster vor meinem Mund alsbald mal wieder lösen wird, und dann fliesst es wieder seitenweise aus meiner Feder. Ich versprech Dir einen längeren Geburtstagsbrief!

Bitte, bitte sei mir nicht bös und so Gedanken wie „nicht an Dich denken“ machen mich glatt rabiat.


Kuss Dein Sohn


Hotel BALI BEACH 12. 9. 1969


Liebe Mutter,

was ist bloss los, dass ich nicht mehr recht schreiben kann. Schon wieder ewige Zeiten vergangen, seit ich Dich gesprochen habe. Sicher bist Du elendig sauer auf Deinen Elendssohn, dass Du nicht mehr schreibst. Ich fühl da grosses Schimpfen kommen im nächsten Brief. Oder Du bist auf Urlaub und fühlst Dich sehr wohl in dem Gebirge dort.

Hier immer noch dieselbe Scheisse. Buch noch nicht fertig, aber zu drei Vierteln, und was für welche. Jetzt muss ich noch etwa zwei Monate durchhalten und dann ist der Grundstein zu meinen Millionen gelegt. Ach was, sicher kann ich Dich damit auch nicht recht aufmuntern, und Du wartest auf meine Nachricht, dass ich endlich mal wieder nach Hause komme. Aber was soll ich jetzt sagen, so viel liegt an dem Buch, an dem „wie-es-ankommt“ und „was-es-bringt“. Daher werde Balinese und hab’ die grosse Geduld. Ich bin trotz dem ewigen Aufschub doch recht optimistisch, dass das Buch ein grosser Erfolg wird. Alle, die die ersten Teile gesehen haben, jubeln so ein wenig durch die Gegend. Aber man kann ja nie wissen! ---- Also abwarten. Ich träume halt weiter vom grossen Business und so weiter. Bin also weiterhin voll und ganz eingespannt im Layout und im Production-Management. Zwei angefangene lange Briefe liegen hier herum und werden wohl nie beendet. Verzeih'’ aber ich hab den Kopf so voll mit Jedöns, dass ich Dich erst lieber garnicht damit belaste. Ich verspreche Dir natürlich nochmal, dass sich das alles ändert, sobald ich fertig bin. Übrigens, stell Dir das vor, ich kriege, sowas, also wirklich ich, habe gefunden, morgens vor dem Spiegel, graue Haare an den Schläfen. Ich ziere mich damit jetzt ganz schön herum, wenn’s auch erst 3 (drei) sind. Immerhin.

Leider habe ich schon lange keine Nachricht von Dir. Vielleicht ist mal wieder was verloren gegangen. Sicher bist Du mit Helga und Heri im Urlaub. Was sonst so in der Familie los ist, wenig Ahnung. Alles dreht sich bei mir ausschliesslich um das Buch. Mein einziges Hobby ist fotografieren geworden. So suche ich die Insel weiterhin mit meiner Super-Kameraausrüstung nach Motiven ab. Diesmal in schwarz-weiss, das ist billiger. Anfang Oktober, so hoffe ich, werde ich mit Teilen des Buches schon mal nach Singapore oder sogar nach Hongkong fliegen. So hab’ ich’s geplant, aber wer weiss, vielleicht dauert es auch noch was länger.

Mutter, meine Schreiblaune ist so verheerend! Harre aus, wenn’s Buch fertig ist, bin ich ein anderer Mensch. Sei geküsst und umarmt, kurz aber heftig,


Dein Bali-Sohn
Hans Höfer

Thursday, June 18, 2009

Was für ein Leben das ist !












Hotel BALI BEACH
20. Juni 1969


Liebe Mutter,

Sicher ist Dein Brief gerade unterwegs und erzählt mir von Deinem wunderbaren Urlaub. Braungebrannt und voller Elan bist Du nach Hause gekommen, so richtig erholt. Das wünsche ich mir, in Deinem Brief, der gerade unterwegs ist, zu lesen.

Ich selber trottle so dahin mit meiner Arbeit, die ganz und gar nicht hinhaut. Hinten und vorne nichts als Ärger. Das schlimmste an allem ist die Tatsache, dass es nicht ein Stück gibt, das so hinhaut, wie ich es plane. Hier in Indonesien irgend etwas planvolles zu machen, ist so gut wie unmöglich. Wenn ich nicht so ehrgeizig mit meinem Buch wäre, ich hätte weniger zu klagen, denn das Leben ist so schön angenehm, und ich könnt’s geniessen, wenn... usw. usw.

Du kennst ja meinen unsteten Charakter. Alles macht mich nervös, und selbst das liebe Mädchen, das da gerade um mein Seelenheil bemüht ist, kann da wenig helfen. Am liebsten möchte’ ich manchmal wieder so mir nichts, Dir nichts auf Achse gehen.

Gerd, der, wie Du weißt, ja nach Australien ist, schreibt auch ganz stinkesauer von dort. Arbeit, Geldverdienen, Lebensaufgabe, Kompromisse, „nette Kollegen“. Er jammert ganz schön. Wir sind halt alle drei ganz arbeitsscheu, unverantwortlich asozial, nicht vertrauenswürdig und sonst noch alles mögliche. Ha, was soll man machen.

Du siehst, wie schön ich in Stimmung bin auf der „Paradiesinsel“. Erdbeben hat’s immer noch keins gegeben, die Vulkane sind auch faul und nur ein bissel tätig und die Balinesen hören und hören nicht auf, ihren Göttern zu huldigen und umeinander zu tanzen. Was für ein Leben das ist!!



Gerade bin ich in Jubel ausgebrochen, denn endlich hat mal etwas geklappt. Lass nur was Zeit verstreichen, und Du wirst sehen!

Meine Gedanken wandern zu Dir, um sich gleich darauf wieder zu zerstreuen, in alle Himmelsrichtungen, doch ein Teil bleibt bei Dir


Dein kurzer Sohn

Ferienmutter

Bali 2. 6. 69


Liebe Ferien-Mutter,

gerade habe ich Deinen lieben Brief, den teuren und dicken, den verlorengegangenen erhalten. Nach längerem Schweigen wieder ein Signal, und was für eins. Ich hab’ mich gleich durch Fotos, Zeitungsausschnitte und Briefbögen gewurschtelt und alte von neuen Neuigkeiten getrennt.

Gleich zwei Geburtstagsbriefe auf einmal, ist schon toll!!

Dein genau 1 Jahr alter Brief nach Darwin klingt durchaus up-to-date heute, da er von vielen Dingen erzählt, die verloren oder mir entgangen sind. Zum Beispiel hab’ ich ja nie gewusst, dass Harald einen Bandscheibenschaden hatte und untauglich vom Militaer entlassen wurde. Mensch, das hätte sich auch früher herausstellen können!!

Vielen Dank auch für diese Zeitungsausschnitte von Zuhause; dass dieses Krefelder Museum jemals fertig wurde, wer hätte das für möglich gehalten?

Was ist aus dem Status der Werk-Kunst-Schule geworden? Sind die Studenten nun zufrieden oder gibt’s jetzt viele Sit- und Love-ins?

Ganz besonders freut mich natürlich, dass Du jetzt in der Sonne sitzt, badest und mal richtig raus aus dem häuslichen Laden bist.

Da Du mir schriebst, dass Du den Bali-Life-Magazin-Bericht nicht erhalten konntest, will ich Dir ganz schnell ein weiteres Exemplar zuschicken, das ich hier gerade bekommen habe. Der Fotograf dieser Bilder ist sowas wie ein Freund von uns geworden, bei seinem letzten Aufenthalt, als er diese Fotos machte und gerade jetzt , wo er eine kleine Stipvisite hier macht. Co Rentmeester heist er. Ein ganz toller Bursche ist das, der sich lange herumtrieb, bevor er mehr durch Zufall einen Life-Artikel machen konnte. Er wurde dann gleich angeheuert und fotografierte in Vietnam für 2 Jahre sterbende Menschen. Da er ein grosser Draufgänger ist, wurde er verwundet und sagte daher dem Kriegsschauplatz ade. („Ich bin doch kein James Bond“, sagt er). Jetzt gehört er zum Life-Stamm, wohnt in Hong-Kong und verdient nur 160.000 DM im Jahr. (Das wär so’n Job für mich, puhh, dauernd kurvt er durch Asien.....)

Hello Bali - Life Mag 1969


Damit Du nicht auf jemanden warten musst, der die englischen Untertitel übersetzt, geb’ ich Dir lieber meinen eigenen Senf dazu, da ich teilweise mit ihm letztes Jahr durch Bali gekurvt bin und bei vielen Fotos, sozusagen hinter der Kamera, beteiligt war.

Also zu Deiner Unterhaltung in Mallorca ein bebildertes Lebenszeichen von mir und von dem, was so vor „meiner Haustür“ alles passiert:

Foto 1 und Foto 14:
Beide Fotos hat er an einem Nachmittag gemacht, 2 km von meinem Haus in Ubud entfernt. Der Tanz heisst Ketjak-Tanz und wird von etwa 150 bis 200 Balinesen getanzt, die, wie Du siehst, im Kreis um einen Leuchter hocken und ganz verrücktes Zeug mit ihren Händen, Köpfen und Körpern machen.

So, wie der Tanz heute gezeigt wird, ist er erst 30 Jahre alt. Walter Spiess, der sehr an dem ersten Bali-Film „Insel der Dämonen“ beteiligt war, nahm eine solche Gruppe aus einem Zyklus von Tänzen heraus, dem Sangjan, der nur dann veranstaltet wurde, wenn grosses Unglück über eine Dorfgemeinschaft hereinbrach, um die Götter zu beschwören. Ich hatte das seltene Glück, einem solchen Sangjan beizuwohnen, der etwa 3 Tage lang dauert. Einer der Höhepunkte ist dieser Tanz hier, im Original Sangjan jedoch tanzen in der Mitte zwei junge Mädchen in Trance auf den Schultern zweier Männer.

Die Männer im Kreise rufen ganz tierische Laute aus, in wahnsinniger Rythmik, ketjakketjakpoetschakepoetschakeketjakketjak, was dem eigentlich verfälschten Tanz den Namen Ketjak-Tanz gab. Für diesen Film also, vermischte Walter Spiess einen anderen Tanz, aus dem Ramayana-Zyklus, der in der Mitte des Kreises von etwa 10 Tänzern und Tänzerinnen getanzt wird. Das ist also die heutige Form des Ketjaks, der nur für Touristen aufgeführt wird. Wie alles, was die Balinesen machen, so ist er selbst in dieser Form noch ganz wahnsinnig. Die Balinesen jedoch, die den original Sangjan kennen, halten diese Art für etwas blödsinnig, und ich muss ihnen da recht geben.

Co baute für dieses Foto ein riesiges Bambusgerüst über die Mitte des Tempelvorhofes und schoss das Foto aus etwa 5 Metern Höhe, und ich stand neidisch daneben. Den gleichen Tanz siehst Du von unten, so wie sich’s die Touristen ansehen (Nr. 14) Toll, was???

Foto Nr. 2: Hier also unser Hotel, vom Meer aus. Vorgestern haben wir dieses Foto wiederholt, da wir mal zeigen wollen, dass das Hotel jetzt ein schönes Motorboot für Wasserski besitzt. Es war gar nicht so einfach, Hotel, Motorboot und die flitzenden Segelboote mit einigen Bali-Mädels zusammen auf ein Foto zu bekommen. Zur Strafe, für mein Geschimpfe an sämtliche Bootsfahrer bin ich dann auch gleich voll in einen Seeigel getappt, jetzt humple ich ein wenig, ist aber schon wieder vergessen.

Foto Nr. 3: In etwa 1500 Metern Höhe ist Kintamani, ein Bergdorf am Rande eines riesigen alten Kraters, in dessen Mitte sich der, hier auf dem Bild nur ein bisschen rauchend, Vulkan Batur und ein riesiger See befindet. (Die Gegend ist nochmal auf Bild 15 von weiter oben, aber auch vom Kraterrand fotografiert.) Hier ist es teilweise eisig kalt, die Leute, wie die meisten Bergvölker, sehr freundlich und offen. Ich träume davon, einmal dort eine kleine Behausung zu haben, nach der Hitze im Süden der Insel, ist das jedesmal ein toller Wechsel.

Foto Nr. 4: Diese kleine Figur steht an einer kleinen Brücke und ist so was wie ein Fruchtbarkeitsgott, dem jeden Tag, wie tausend anderen Figuren, geopfert wird. Du erinnerst Dich sicher daran, dass ich die ersten 4 Wochen in einem kleinen Dorf in der Nähe der Hauptstadt Denpasar wohnte. Diese Figur war wirklich vor der Haustür und zwar auf dem kleinen Weg zu unserem Haus. Der Weg ist Foto Nr. 5.

Nr. 6 eines der vielen Durchblicke auf die Reisfelder, wohl das typischste in Bali.

Nr. 7. Das ist der Bagus Tilem, auch ein Freund Deines Sohnes, der etwa 2 km von Ubud entfernt in „Mas“ wohnt und heute etwa 100 Schnitzer für sich arbeiten lässt. Er wurde schon ganz stinkreich und macht solche langgestreckten Figuren, die ich wiederum gar nicht so mag. Ganz netter Kerl, immer freundlich und serviert Tee und andere Getränke, bis es einm aus den Ohren rausläuft.

Nr. 8. Auch ganz in der Nähe von Ubud ist Batubulan, das Steinmetzzentrum. Kind und Kegel ist in diesem Dorf am hämmern und klopfen.

Nr. 10. Hier biste in Ubud, ganz in der Nähe von Deinem Mahlersohn. Ubud pinselt unentwegt.

Nr. 9. Pandi ist ein komischer Mann, der nie von mir ausstellen wollte, als ich noch in Ubud wohnte und der mich jetzt, wo ich Hotelmensch bin, fragt, ob ich ihm nicht die Ehre.... und so. Jeden Samstag macht er für die Inselresidenten mit Geld oder Beziehungen diese Party und jeder glaubt, es sei sowas wie ein "„gesellschaftliches Ereignis. Manchmal gehen wir auch dahin und machen blablabla.... Der Mann mit dem Kreuz auf dem Leib ist Via, der Besitzer von Tandjung Sari, Foto Nr. 16, wo Werner wohnt.

Nr. 11. Fast jeden Abend gibt es eine Tanzveranstaltung hier im Hotel, wo Himmlische Balinesen vor dicken Bäuchen tanzen. Der Tanz ist der Oleg Tambulingan, wo es ganz lieb um Liebe geht, zart und balinesisch.

Nr. 12. Das Mädel ist unser Lieblingskind und heisst Anak Agung (Königstochter) Suartini. Sie ist Legongtänzerin in Peliatan, wo auch der Ketjak aufgenommen wurde. Elf Jahre, diese Göttin.

Nr. 13. Tanzschule. Jedes Dorf, jede kleine Dorfgemeinschaft hat sowas wie eine Tanzschule, wo die ganz Kleinen schon lernen, was Bewegung heisst.

Nr. 16. Tanjung Sari, Essraum, wo Werner täglich mampft. Der Mensch mit dem Kreuz ist der Herr Beil, mein Arbeitgeber und Förderer, seines Zeichens Chef vom Hotel Bali Beach. Ein wirklich dufter Deutscher von der „angenehmsten Sorte“. Na, leben wir nicht wie Könige???

Nr. 17. Das ist einer der grössten Tempel Balis, Besakil, wo ständig und ohne Unterlass geopfert, getanzt und celebriert wird. Dahinter geht es gleich 3000 Meter nach oben zum Gunung Agung, dem grossen Vulkan, den die Balinesen für das Zentrum ihrer Welt halten. Gunung Agung heisst Königsthron. Als 1963 die Lava runterfloss vom Königshügel, feierten die Balinesen gerade eines der grössten Feste des Jahrhunderts und liessen sich durch nichts aus der Ruhe bringen. Man feierte den Ausbruch als Ankunft der Götter, so sind’s halt, meine Leute hier, ähem!!!

Nr. 18. Na, Du würdest Dich doch sicher auch freuen, wenn Du zum Fenster raus schaust und da kommt gerade so ‚ne Wunderprozession an. Mich erinnert das immer so ein wenig an unsere Fronleichnamsprozessionen. Hier ist jeden Tag Fronleichnam, nur froher.

Nr. 19. Bali Theater, jeden Tag, tausendfach im Jahr. Ein Tänzer während einer der vielen Vorstellungen.

Nr. 20. Das Leben eines Balinesen ist erst mit der Verbrennung seines Leichnams zu Ende. Alle seine Freunde hocken herum und warten, bis er sich in Rauch und Asche auflöst. Ein normaler Scheiterhaufen wäre nichts für Bali, man legt die Leiche in einen Sarg, der wie ein Ochse geschnitzt wird. Dazu kommt noch ein Turm und unendlich viel Musik und Faldera!!! Es stirbt sich lustig, kein Grund zum heulen, man kommt ja wieder nach Bali!!

Na, ich hoffe, dass Du Dich auf Deiner Insel über meine Insel freust.

Lieber Gott, lass mein Guide-Buch fertig werden, damit ich meiner Mutter bald ein Riesenpaket mit Exemplaren heimschicken kann.

gez. Die Bali-Götter

geprüft und weitergeleitet von

Deinem Buli-Bab, Bali-Bub!!


P.S. Vielen Dank für meinen Geburtstag !


Werd braun, gesund, damit Du noch meine Millionen mit ausgeben kannst !

Bali Kids 1969

Saturday, June 13, 2009

mal sehen, wie das alles weitergeht...



Hotel BALI BEACH

21. Mai 1969



Liebe Mutter,


jetzt ist gerade Frühstück dran, und ich will Dir schnell wieder ein kleines Lebenszeichen schicken. Ich hoffe so, dass Du Dein Inseldasein ebenso geniesst wie ich. Also sowas, Harald sagte mir, dass er Dich beinahe hätte dorthin prügeln müssen; bin ich froh, dass es doch geklappt hat. Meinen Fotobericht hast Du doch sicher erhalten?


Das war der wahnsinnigste Geburtstag aller Zeiten gestern! Irgendwie ist es durchgesickert, hier im Hotel, dass ich am 20. Geburtstag habe und so gab der General Manager Sigi Beil am Abend eine Überraschungsparty, von der ich erst eine halbe Stunde vorher etwas erfuhr. Riesiges Appartement, etwa 30 Gäste, Zimmerbar und drei Ober, Tanz und viel Blabla, sowas zog mich wieder mal zu eingehenden, whiskygeschwängerten Betrachtungen über den Lauf der Welt und über den Lauf der Dinge überhaupt hinan.


Letztes Jahr Geburtstag im Zug nach Bali, ein wahnsinniges Jahr weiter, in gepolsterter Atmosphäre des Intercontinentals; mal sehen, wie das alles weitergeht... 


Arbeit am Guide-Buch geht schleppend weiter, nichts klappt, so wie ich es mir wünsche, alles dauert gleich dreimal so lange, dass ich teilweise ganz sauer rumhocke und recht apathisch. Ich gebe dennoch nicht auf, irgendwann wird das Ding schon fertig.


Trotzdem bin ich ständig auf Trapp und beschäftigt und daher schreib ich auch beim Frühstück. Demnächst wird hier auf Bali ein riesiger Film gedreht, das ganze Hotel ist in Aufregung. Ein paar meiner Freunde hier haben schon so kleine Rollen und Werner wird ebenfalls einen Job als Fotograf erhalten!


So, also ganz kurze, doch liebe Grüsse und Küsse. Du siehst ja, dass ich kaum Zeit habe. Erhol’ Dich gut und hab viele schöne Tage. Ich schreib dann wieder nach Krefeld,


Dein Sohn

Saturday, May 2, 2009

Gut


Besuch bei der Familie; 

Zuhause bei einer Kellnerin des Hotel Bali Beach' Coffee Shops


1. Mai 1969


Hotel BALI BEACH


Lieb’s Mütterlein, magst ruhig sein :


Also mir geht es schon wieder soooooo gut. Also wirklich, wenn Du wüsstest, wie guut es mir geht, du würdest es überhaupt gar nicht begreifen, wie gut es mir ginge, denn es geht mir sooo gut. 


Gut geht’s mir übrigens, nebenbei gesagt. Wenn’s mir nicht sooo gut gehen würde, dann ging’s mir noch besser. Gestern sagte der Werner wieder: „Also uns geht’s gut !“


„Sie haben’s ja gut“ jammerte der Generalmanager vom Hotel mich gestern an, und „sooo gut, wie Dir’s geht, sollt’s mir auch mal gehen,“ sprach der dicke Hotel -Chef-Koch vom häuslichen Herd. Frag mich nicht, wie gut es mir geht, so gut geht es mir. „Gut geht’s,“ sagte meine blonde Freundin gestern Abend, und sie hatte recht, denn uns ging’s und geht’s gutest! Ich glaube, ausser morgen eventuell, ist’s mir überhaupt noch nie so gut gegangen ! 


Zusammenfassend kann und will ich nur betonen:  Es geht alles gut!



Liebe Mutter,


wie geht es Dir denn ? Sicherlich bekomme ich morgen einen Brief von Dir. Eigentlich schreibe ich diesen Brief nur aus dem Gefühl heraus, dass ich Dir mal ganz genau sagen muss, wie gut es mir geht.


Jetzt ist schon wieder morgens und ich hab sooo gut geschlafen. Wie gut!

Mit dem Buch geht auch alles gut. Meistens.


Ich wünsche Dir und dem bösen Harald und der lieben Helga und dem Schwager Heri alles Gute !!


Dein Guter


P.S. So was albernes, aber gut!!

P.S. Viele gute Küsse aus dem guten Bali.

P.S. Das Wetter ist nicht gut !

Friday, March 27, 2009

Erdbeben


Lobby Bali Beach Hotel

April 1969


Hotel BALI Beach

12.04.69


Liebe Mutter!


Natürlich liegt die Hauptschuld wieder mal an mir, aber einen kleinen Vorwurf muss ich Dir doch machen: Wie kann es nur passieren, dass Du Dich in solch eine Idee hineinsteigerst?


Von einem Erdbeben hier in Bali ist nichts ... garnichts bekannt ! 

Puh, puh, was ein Schlag ist da so ein Telegram voller Verzweiflung über mein Wohlergehen. 


Als Dein Schreckens-Telegramm hier ankam (typisch Bali-Post, dass es Samstag – Sonntag gemütlich liegen blieb, und ich es erst am 3. Tag abends bekam) da telegrafierte ich sofort zurück, dass "alles o.k." ist. 


Es ist mir rätselhaft, wie sich solch eine Nachricht verbreiten kann, und ziemlich ratlos, wie ich solch eine Sache verhindern kann. Was wurde denn über solch ein Erdbeben berichtet?  Nebenbei gehören in diesem Land, was genau am Vulkan-Gürtel der Erde liegt, kleine Erdbeben zur Tagesordnung, keiner wundert sich, es ist als ob es bei uns regnen würde! Ausserdem ist dieses Hotel erdbebensicher !


Mutterle, versuche bitte etwas ruhiger zu sein und steigere Dich nicht so leicht in irgend etwas hinein. Ich war auf meiner ganzen Reise noch nie so rundherum in europäischem Leben mit all der dazugehörigen „Sicherheit“ wie gerade hier.


Ich lebe in einem Intercontinental, bin täglich in enger Verbindung mit vielen Menschen. Sollte irgend etwas passieren, so ist man hier sofort informiert. Eine direkte Funk-Telefon-Verbindung besteht zwischen dem Büro hier und Djakarta. Innerhalb einiger Minuten wäre die Deutsche Botschaft informiert, die wiederum per Telex und direkter Funkverbindung mit Deutschland zusammenarbeitet. Solch ein heisser Draht ist sozusagen die Hauptschlagader dieses Hotels und sei es nur um 15 kg Butter hereinzufliegen.


Schau, und jetzt lebe ich noch viel mehr umwattet als sonst in der Welt (der Strassenverkehr hier übrigens ist etwa 98 mal kleiner als in Deutschland) und Du sorgst Dich mehr denn je!


Von morgens Sonnenaufgang bis teilweise in die Nacht arbeite ich wirklich hart. Alles was mit der Herstellung eines solchen Buches verbunden ist habe ich zu kontrollieren, zu beobachten und fast ausnahmslos selbst zu machen. Dass ich dabei völlig eingespannt bin, musst Du mir schon glauben. Werner und ich haben im letzten Monat fast 2000 Aufnahmen gemacht, von hunderten von ausgewählten und geplanten Motiven. Daneben organisiere ich tausend wichtige Nebensächlichkeiten, mache Vorentwürfe, kontrolliere Texte, muss eine Dunkelkammer einrichten, stelle indonesische Gerichte zusammen für einen Anhang aus Guide-Buch über Kochrezepte. Vom Klebstoff über Entwickler-Salz zum Blumenarrangement, von Verhandlungen mit Vertretern des Government bis zu etwa 30 grossen Kunden wie Lufthansa, Quantas, und was weiss ich, die Verträge über ihre Anzeigen mit uns abschliessen, für Anzeigen, die ich auch noch gestalten muss (Noch so'ne Werbeagentur nebenbei, was wieder planen, texten, entwerfen, kontrollieren und so weiter bedeutet). Wenn ich mich nicht mit allem hineinlegen würde, das Projekt, ein solches Buch aus dem Nichts zu stampfen, würde schwer gelingen. 


Es war aber etwas leichtfertig von mir, anzunehmen, dass Du das wirklich verstehst. Eine andere Realitaetsebene, eben. Wenn ich versucht habe, während meiner Reise fast wöchentlich zu berichten, so geschah das aus verschiedenen, jetzt aber unter geänderten Vorzeichen. Erstens war ich da wirklich unterwegs und die Plätze und Ereignisse änderten sich ständig. Dass Deine Sorge um mich da viel grösser sein musste, war mir klar und ich musste und wollte mir die Zeit nehmen, Dich an allem so weit wie nur möglich teilhaben zu lassen und Dich laufend zu unterrichten. 


Etwas änderte sich da natürlich, als ich für fast 7 Monate in demselben Haus in Ubud lebte, recht geregelt, durch Ibu mit essen und schlafen und meist nur ausgiebige Fusswanderungen im kleineren Kreis. Doch,  es gab tausenderlei Dinge, täglich und wie "auf Reisen" zu entdecken und es blieben lange Abende um Dir zu berichten. Der Hauptgrund war also kaum mehr, Dir durch meine Briefe die Sorgen zu nehmen, weil sich die Gefahren, in denen ich in Deiner Vorstellung lebe, doch schon alleine durch die Tatsache des „ansässig sein“ verringerten. 


(Trotz allem bin ich immer noch überzeugt, dass jeder in Deutschland unter grossen Gefahren lebt, nur, dass sie zur Gewohnheit werden und sich kaum verändern. Gefahren werden doch wohl meist nur daher Gefahren, weil man sie nicht kennt. Aber Dein Sohn ist ja nicht Klein-Doofie, der durch die Weltgeschichte trottelt. Sicherlich war in der Kriegszeit Dein Bewusstsein um Gefahren ganz anders als heute, oder nicht?? Das ändert sich doch wohl mit den Gegebenheiten der ständig sich wechselnden Umwelt. Du kannst Dir kaum vorstellen, wie sich die meisten Deiner Sorgen für mich hier anhören. Es wäre etwa so, als wenn ich Dir ständig in meinen Briefen ans Herz legen würde, Du solltest doch bitte beim Strassenüberqueren erst nach links und dann nach rechts schauen, bei einer Treppe erst vorsichtig den linken und dann den rechten Fuss heben, oder bei einem heissen Topf besser einen Topflappen benutzen).


Dies hört sich sicherlich alles nach Holzhammermethode an, aber verzeih mir, Mutter, ich muss Dir das alles immer wieder erklären, sonst wirst Du mir noch krank an Nichtigkeiten und Unverstandenem. Verzeih’ mir also den erhobenen Zeigefinger und die Rolle des Lehrmeisters, (die mir überhaupt nicht behagt).


Versuchs mal zur Abwechslung, dass Du eigentlich recht stolz auf Deinen Sprössling sein solltest ... Wie noch nie zuvor, und ganz gegen seine Art, versucht Dein Söhnlein urplötzlich, etwas „produktives“ zu schaffen, und die glorreichen wunderbaren materialistischen „Existenzgrundlagen“ zu sammeln -- um dann eines Tages als so ein richtig wertvoller Mensch, anerkannt und belorbeerkranzt, und zu allem auch noch als (hört, hört!) Dollar-Millionär, nackt, aber wertvoll, ins Grab getragen zu werden. Wie schön! Wie schön! ... und Bali hat er gesehen, in seiner Jugend, der Gute ! 


Ob es hinhaut oder nicht, wenigstens versuchen kann ich's ja mal.


So, das war wieder mal ein ganz garstiger Brief. Ich hab’ aber solch einen Schrecken bekommen, dass ich Dir versprechen will, trotzdem regelmässig zu schreiben. Ich schau dann, im Vorbeirennen sozusagen, auf den rasenden Kalender, weil ich überhaupt nicht mehr die Zeit versteh.


Wenn das für die nächsten Wochen jedoch nicht viel mehr als Lebenszeichen werden sollten, so sei mir bitte nicht bös, ich häng halt, wie in allem was ich mach’, bis über beide Ohren und mit vollem Herzen drin.

 

Lass Dich ganz lieb umarmen und schau, dass Du nicht so leicht wieder in solch eine Talfahrt von Sorgen gerätst,


Dein Hans



21. 4. 69


Liebe Mutter!


Ich hab gerade Deinen lieben Brief erhalten, der mir zeigte, dass Du Dich nach dem Telegramm und nach meinem letzten Brief wieder etwas beruhigt hast. Da haben sich einige Sachen unterwegs gekreuzt und dadurch gab’s wohl Verwirrung. 


Dass ich letztes Mal ein wenig geschimpft habe, tut mir jetzt auch schon wieder leid, denn es ist doch fast unmöglich für Euch alle, Euch vorzustellen, wie es hier wirklich aussieht und wie toll ich hier lebe.


Alles hat jedoch zwei Seiten, und gerade die andere Seite sah die letzten Wochen etwas miese aus. Nach meinem so freien Leben während der letzten zwei Jahre ist es nicht ganz einfach, die ganze Verantwortung für ein 40.000 Dollar -Projekt zu tragen. Stell Dir vor, wir fahren hier fast 4 Wochen lang mit dem Jeep durch Bali, ein Gebiet so gross wie Nordrhein-Westfalen, machen eine Menge Fotos, müssen aber sechs Wochen lang auf die Ergebnisse warten. Und da stellt sich heraus, dass unsere Fotoausrüstung schon von Anfang an einen Defekt, durch Witterung oder sonst was, gehabt hat und dass viele Bilder verloren gingen. Da geht meine gesamte Kalkulation, die Zeiteinteilung und noch viel mehr baden, und es ist nicht so einfach, das alles wieder neu zu arrangieren.


Kein Wunder also, dass ich eingespannt bin, zumal dieses Buch für mich von so grosser Wichtigkeit ist. 


Onkel Otto (unser Familien Kapitalist) hat übrigens meinen Vertrag bemängelt, was ich verstehen kann. Er sieht wohl nicht, dass es eine ausgetüftelte Trickserei von mir war, so aus einem Kamponghaus heraus, als ein kleiner Niemand, gleich einen solchen Sprung zu machen. Ich musste Schritt für Schritt diese gewieften Manager von mir und meiner sehr neuen Idee überzeugen, um dann langsam, aber sicher meinen Teil zu sichern. Übrigens ist dieser Vertrag nur ein Drittel des gesamten Geschäftes, da ich nebenbei noch einen Vertrag mit der Druckerei in Singapore habe, der mir 15 % aller Druckkosten zusichert. 


Das sind im Juli für mich etwa 6000 DM. Zusätzlich verdiene ich noch etwa 2000 DM an separat gestalteten und bezahlten Anzeigen. Der Verdienst an 100.000 Büchern, den ich diesem Hotel mit meiner Idee beschere, liegt bei etwa 400.000 DM. 10 % davon sind für mich; das bedeutet, dass ich schon allein durch diesen Vertrag, der in Deinen Händen ist, im Laufe der nächsten 4 – 5 Jahre etwa 40.000 DM Einnahmen habe, für die ich, nachdem das Buch einmal arrangiert ist, kaum noch einen Finger zu rühren brauche. Na, so schlecht ist das ja nicht, wenn man bedenkt, wie vertrickst und raffiniert die ganze Sache eingefädelt und regelrecht aus dem Nichts angefangen wurde. 


Das also zu Deiner Beruhigung. Die grosse Chance jedoch, mit Intercontinental in ein weiteres, dann jedoch weit besseres Geschäft zu kommen, ist immer noch ausgezeichnet, und wenn der Glücksgott mich nicht völlig verlässt, habe ich wohl den grössten Coup aller Zeiten gelandet. Dazu kommt dass Werner und ich ein hervorragendes Team bilden. Sollten wir etwa einen Auftrag erhalten, das gleiche Guide-Buch für NEPAL aus dem Boden zu stampfen, so können wir das innerhalb weniger Monaten erledigen, da wir bereits etwa 1000 erstklassige Fotografien von Nepal besitzen. Ich sitze hier direkt an der Quelle von Intercontinental und weiss, dass diese Kapitalgesellschaft vor wenigen Wochen das grösste Hotel in Kathmandu gekauft hat. Mit dem zukünftigen Chef dort habe ich bereits im Swimmingpool geplauscht, da er der Chef des Intercontinental Hotels in Jakarta ist, noch. Und so weiter, und so weiter. Das alles klingt Dir wohl zu unglaublich, und ich werde zu Deinem träumende Hansel, der ein wenig spinnt. Na, hab ich recht ?


Glaube auch nicht, dass sich ansonsten irgendetwas Wesentliches an meiner Lebenseinstellung geändert hat. (Ich kann ohne weiteres jederzeit wieder wahnsinnig werden und nach den Fidji Inseln tummeln und dort Millionär werden). 


So, das war wieder ein kleiner Teil Geschäftliches, um Dich  etwas zu beruhigen. So sonnig, wie es aussehen könnte, wird es sowieso nicht. Man kennt das ja ...


So, und nun wieder herunter vom Schachspiel. Normal bleiben.


Ihr habt also mal wieder Heumaden besucht. Menschmeier, wie hat sich doch mein Leben entwickelt, wenn ich an das Dörfchen und meine Jugend zurückdenke. So was Komisches! Messdiener und Ulli Strohwasser, Jürgen und Klaus Smitter. Alles ist wie ein Märchen, wenn ich zurückdenke. Ist Emma Gehrung noch am schimpfen, und wen habt Ihr denn sonst noch gesehen? Onkel und Tante? Wie soll ich denen bloss erklären, was für ein Mensch ich bin und in was für einer Umwelt ich lebe. Was überbrückt so ein Brief? Das ist so schwierig, dass ich es immer wieder aufgeschoben habe. Du kennst mich ja, wenn ich Fehler eingestehen soll, wird’s ganz jämmerlich. Ich will’s aber trotzdem versuchen und heb mir einen Sonntag für die Zwei Alten Schwaben auf, auch wenn meine Sonntage meistens Mittwoche oder Dienstage sind. 


Lass doch den Harald ein wenig bös sein!


Es ist wirklich höchste Zeit, dass ich mal in Deutschland auftauche. Da klingt wieder soviel Traurigkeit durch, wenn „Du Dich damit abfinden musst, dass ich wohl nicht so schnell für immer nach Deutschland zurückkomme“. Mutter, ich weiss überhaupt nicht, wo ich mich für immer „niederlassen“ werde. Weißt Du, was mein stiller Traum ist? Ich möchte mich gerne überall in der Welt für immer niederlassen können. So, jetzt weißt Du, wie logisch ich bin!!


Jetzt muss ich aber wieder einige hundert Fotografien anschauen, muss rumtelefonieren und arbeiten.


Das war also wieder ein albern-ernstes Lebenszeichen, dem noch viele folgen werden.


Ich küsse Dich herzlich und wünsche Dir viele Erlebnisse, meist jedoch schöne.


Pass auf Deine Nierchen auf, Du bist halt nicht mehr sooo jung, um dauernd wie ein Hase rumzuhüpfen.


Dein kleiner Sohn



Es hat noch immer nicht geerdbebt, vielleicht morgen früh zum Frühstück mit


Apfelsaft

Haferflocken

2 Eier

Kaffee

Toast

Marmelade

und Küssen von einem lieben Mädchen!

Hans Höfer



Monday, March 23, 2009

Bali 1969 Die Zeremonie, Pendet

Schoenheit und Reichtum des Lebens, wie der Maler Walter Spies es in den 30er Jahren ausdrueckte  -  oder Bali 1969, die Zeremonie ... Es gibt etwa 10 000 Tempel in Bali und jeder feiert alle 200 Tage seinen Geburtstag, den "Odalan". Prozessionen und Taenze gehen allen Feiern voran, wie hier der "Pendet - Reigen", der von Jung und Alt getanzt wird, um die geistige Welt wohl zu stimmen ...



Sunday, March 22, 2009

The Performance 1969

40 Jahre spaeter finde ich  etwa 4000 Schwarzweiss-Aufnahmen von Bali 1969 in meinen Schubladen. 
Anstatt nur Einzelbilder auszuwaehlen, wie es sich fuer rechte Photographen geziehmt, werde ich hier ganze Sequenzen zeigen, von der Filmrolle herunter, ohne viel Selektion, in der Reihenfolge der Aufnahmen meist. (Musik von Philip Glass) Hier erstmal die vielen abendlichen Taenze in den Doerfern die ich besucht habe. Kein Tourist hat diese Auffuehrungen gesehen ... Bali intern.

Looking through my archive now, 40 years later, I found over 4000 black and white images taken in 1969. 
Normally photographers go through a deliberate editing process to single out a single image to incapsulate an encounter with live. I now feel different : I rather share 'the entire take', meaning I leave almost all images in the sequence of exposers on a roll of film as they were taken then. 

Saturday, March 21, 2009

First Layouts Bali '69


Ein Kleinod aus einer anderen Schublade meiner Erinnerung: Das erste Layout des Bali Guides, und damit auch der erste Insight Guide oder Apa Guide, im Hotel Zimmer des Bali Beach Hotels in Sanur 1969 zusammengebaut; "Blindtext" aus irgend einem Katalog geschnitten, auf Kunstdruckpapier geklebt, als Zikzakfalz gefalted, die Bilder vom Dia auf die Wand projektiert und von Hand nachgezeichnet ... und damit dann immer wieder zur Presentation an das Hotelmanagement, zum Governeur Bali's, zum Gremium der Berater ... und auch noch zu den Deligierten der 'World Bank' die das Strassennetz Bali's finanzieren wollen.